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 Patrick Fuller 
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Beitrag Patrick Fuller
Der Start

Der Sternenflottenoffizier, der Patrick nun schon seit zwei Tagen, gemeinsam mit drei weiteren Kandidaten, gepürft hatte, zeigte keinerlei Emotionen, obwohl er kein Vulkanier war. Commander Tanaka war Japaner, geboren in Tokyo, und er hatte schon einige Jahre Erfahrungen auf den Schiffen der Föderation verbracht, bevor er an die Akademie versetzt wurde. Entsprechend ergraut und spärlich war seine Harrpracht, und doch verlangte seine ganze Erscheinung und sein Auftreten geradezu Respekt.

"Mister Fuller, ich bin beeindruckt. Sie haben sämtliche Aufgaben zu meiner Zufriedenheit und mit dem geringsten Zeitaufwand gelöst. Auch unser Persönlichkeitstest hat nur Positives erbracht."

'Tatsächlich', dachte sich Patrick. 'Ich kann es kaum glauben.'

Mit Schaudern dachte er daran zurück, dass er auf einem Holodeck in einer Dilithium-Mine verschüttet wurde, als er gerade versucht hatte, mit einem Tricorder die möglichen Vorkommen in seinem Abschnitt zu ermitteln. Im Dunklen hatte er dann versucht, aus Bauteilen des Tricorders einen Verstärker für das Signal seines Kommunikators zu basteln. Und basteln war nicht gerade seine Leidenschaft.

"Mister Fuller, Ihre Lösung des Problems, das Ihr Ruf nicht gehört wurde, war eines Technikers würdig. Auch wenn ein Profi weitaus weniger Zeit gebraucht hätte, um einen Kom-Verstärker zu basteln, war das die Lösung." Tanaka klopfte auf sein Padd. "Wir haben nichts gefunden, mit dem wir Sie mehr fordern konnten, als mit einem solchen Test. Das ist ungewöhnlich. Wie Sie wissen, erstellen wir fachliche, physiologische und psychologische Profile von unseren Bewerbern. Sie scheint nur eines aus der Ruhe zu bringen: der Einsatz Ihrer Hände." Der Commander lächelte. "Die übrigen Bewerber wurden bereits davon unterrichtet, dass Sie dieses Jahr nicht an die Akademie dürfen. Herzlichen Glückwunsch, Kadett Fuller. Für Sie beginnt ab morgen hoffentlich einer der interessantesten Abschnitte in Ihrem Leben."

Kadett Fuller war überglücklich. Er hatte hart gearbeitet, um hier herzukommen. Mathematik, Informatik, Physik, Chemie, Geologie - nahezu in allen mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern hatte er sich Bestnoten erarbeitet und Leistungskurse in Fachgebieten wie der Temporallehre, der Quantenphysik oder der Astrophysik belegt. Schon vor der Aufnahme war ihm klar, was er wollte: einmal die Uniform des Chefingenieurs tragen und für die Maschinen eines Schiffes der Sternenflotte verantwortlich sein. Damals wusste er noch nicht, dass der Maschinenraum nicht gerade der liebste Arbeitsplatz werden würde...

Sarah und Douglas Fuller, Patricks Eltern, waren eigens aus London nach San Franzisco gekommen, um ihrem Sohn nahe zu sein, während er den ersten Schritt zur Erfüllung seines Traumes tat. Fullers Eltern waren beide Ingenieure, aber sie arbeiteten nicht für die Sternenflotte, sondern für die Energieversorgung der Stadt London. Sie trafen sich zum Essen, nachdem Fuller die Bestätigung für die Aufnahme erhalten hatte.

Bei Kraftbrühe, Salat, Rumpsteak mit Kräuterbutter und Folienkartoffel -alles fleischlos, aber bestens zubereitet- unterhielten sie sich über seine Kindheit und Jugend zuhause, sprachen über seine afrikanischen Vorfahren, die einst aus Kapstadt als Hauspersonal für einen Lord nach London kamen und hier sesshaft wurden.

"...Sie haben sich von Köchen, Butlern und Zofen und Kammerdienern zu angesehenen Ingenieuren hochgearbeitet", erzählte Sarah gerade und nippte an ihrem Rotwein-Imitat. Sie wusste ebenso viel wie Douglas von der Familie, denn beide waren miteinander verwandt, wenn auch sehr entfernt: ihre Urgrosseltern waren Cousine und Cousin gewesen. Douglas lächelte. "Lassen wir das, mein Junge", sagte er. "Du kennst diese Geschichten ja schon auswendig." Er lachte dabei. 'Ja', dachte er, aber es störte ihn nicht.

Er liebte es, wenn seine Mutter erzählte, wie ihre Urahnen, weit vor den Urgrosseltern, frei wurden und sich in verschiedenen Berufen versuchten: es gab Fullers wohl wie Sand am Meer und sie waren Bäcker, Metzger, Einzelhändler, Immobilien- oder Versicherungsmakler, Ärzte, Anwälte, Professoren und Ingenieure - oder was es sonst noch an Berufen gab. Nachdem das Wirtschaftssystem vollends umgekrempelt wurde, versuchten sich viele Fullers in der Kunst und in der Wissenschaft. Seine Eltern und deie engeren Verwandten waren allesamt Ingenieure und Techniker. Und sie waren stolz darauf, dass nun einer ihrer vier Sprösslinge zur Sternenflotte ging.

Der Abend war viel zu früh zuende und die Eltern verabschiedeten sich von ihm. Seine Mutter umarmte ihn, ebenso wie sein Vater. Sie sagte nichts, so war es an ihm: "Lebe wohl, mein Junge, oder wie die Vulkanier sagen würden, lang und erfolgreich. denk dran, dass deine vier Geschwister und wir ab und zu ein paar Zeilen lesen wollen." Parick nickte weghmütig. So lange war er noch nie von zuhause weg.


23. Okt 2012, 17:14
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Beitrag Re: Patrick Fuller
Akademie der Sternenflotte - Pluto


Fasziniert betrachteten die Kadetten die Oberfläche des Pluto-Beobachtungspostens, der metallisch schimmerte. "Das ist weder Metall noch ist es Marmor", erklärte Commander Jordan, eine der Dozentinnen der Akademie. Sie hatte die besten Schüler des Jahrgangs ausgewählt und mit hierher gebracht. "Dies ist eine besondere Form des Betons, eine Art polymerischer Beton allerdings, der wenig mit Stein gemein hat."

'Kunststoff also', dachte sich Patrick, während er den anderen folgte und fasziniert die Anlagen begutachtete. Hier gab es eine der grössten Sensorenphalanxen der Föderation, eines der mächtigsten Teleskope, streng geheime Verteidigungsanlagen und eine besonders effektive Energieversorgung. "Wir haben die Ehre, einen Tag lang - genau gesagt, zwölf Stunden lang - an der Wartung der Sensorenphalanx mitzuarbeiten. Sie werden sich mit allen technischen Aspekten dieser Anlage vertraut machen. Dazu werden sie in Teams zu je zwei Kadetten auf- und den Wartungsteams dieser Einrichtung zugeteilt."

Wenig später machten sich Fuller und Kadett Cortez mit zwei Technikern von Pluto auf den Weg. Ausgerechnet er musste mit der grauen Maus Cortez arbeiten, dachte sich Patrick. "Haben Sie schon mal mit Sensoren gearbeitet, Angelina", fragte er. Sie nickte. 'Na wenigstens was', dachte er. Cortez war so still, dass sie kaum auffiel, aber ihre theoretischen Arbeiten erzielten Bestnoten und sie zeigte eine hohe Kompetenz, wenn ihr Fachfragen gestellt wurden. Eigentlich imponierte ihm das, aber sie war ihm einfach zu ruhig. Auch jetzt hatte sie nicht gesprochen. "Wann", fragte er. "Meine Eltern arbeiten auf Luna an der dortigen Phalanx", antwortete sie knapp. Es schien so, als sei sie auch nicht grad begeistert, mit ihm hier herumzulaufen. "Gut", sagte einer der Techniker und wies auf eine Röhre. Sie waren die ganze Zeit durch eine Gängeflucht gelaufen, von der sich Röhren abzweigten. "Hier drin ist ein Kontroll-Terminal defekt. Suchen Sie es und wenn Sie können, setzen Sie es instand." Fuller nahm den Tricorder, der ihm gereicht wurde und bedeutete Cortez, voran zu gehen. Sie zuckte mit den Schultern und kroch in die Röhre. Als sie drinnen war, streckte sie die Hand aus. "Ist wohl besser, wenn ich den Tricorder nehme", sagte sie. "Nehmen sie das Werkzeug mit!" Fuller reichte ihr den Tricorder und schnappte sich die Tasche. 'Natürlich, ich hätte voran gehen müssen', dachte er zerknirscht. Es wäre wohl zu einfach gewesen, vermutete er, als sie schon tief in der Röhre herumkrochen. Die ersten beiden Terminals, die sie fanden, kaum grösser als ein Padd, waren intakt. Also mussten sie weiter hinein. Die Luft wurde stickiger. "Da vorn ist es", meldete Kadett Cortez schliesslich. "Etwa zehn Meter noch."

"Wurde auch Zeit", antwortete Patrick. Als sie das Terminal erreichten, hoffte er darauf, dass es kein hardwareproblem war, mit dem sie sich herumschlagen mussten. "Die Software ist intakt", sagte Cortez, die Ergebnisse des Tricorder-Scans auswertend. "Schrauben Sie das Display ab, wir müssen das Innenleben betrachten." Leicht genervt holte Fuller aus der mitgebrachten Tasche einen elektronischen Schraubendreher, nahm den Rahmen um das Display ab und schraubte das Gehäuse auf. Es begann, merklich verbrannt zu riechen. "Sehen Sie, da ist ein Chip durchgebrannt." Angelina wies auf die Stelle. Fuller nahm eine Handlampe und leuchtete. "Sie haben recht." Er nahm einen isolinearen Chip aus der Werkzeugtasche und tauschte das verschmorte Teil aus. Dabei war er ein wenig umständlich. Als er fertig war und das Gehäuse schliessen wollte, nahm ihm Cortez Teile und Werkzeug aus der Hand. "Ich mache das, wenn Sie erlauben." Innerhalb kürzester Zeit war das Terminal geschlossen und einsatzbereit. Sie wies in Richtung Rückweg. "Nach Ihnen, Fuller."

Wenig später erreichte der kleine Trupp sein nächstes Ziel. "So", sagte der ältere Techniker, der das Team führte. "Das hier", erklärte er und wies auf eine Tür vor Ihnen, "ist ein einfacher Lagerrraum. Hier drin befinden sich Bauteile für verschiedene Anlagen in der Energieversorgung und der Sensorenphalanx. Wir suchen ein bestimmtes Bauteil." Er gab den beiden ein Padd. "Sie haben hier einen Lageplan des Lagers und hier..." Er gab den beiden Studenten einen Tricorder. "... einen Tricorder. Diese Übung soll Ihr Vermögen testen, die Logik eines Lagerplans zu testen. Wir suchen ein Steuermodul, das so aussieht..." Der Techniker wies auf ein Bauteil, dass sich auf einem Tisch befand. "Der Industriereplakator hat einige dieser Module vorproduziert, die hier irgendwo gelagert sind. Also, dann suchen Sie mal schön. Cortez, Sie nach links, Fuller nach rechts. Wer als erstes wieder zurück ist und das richtige Bauteil bringt, darf auch als erstes ins Casino zum Essen." Dr Techniker öffnete die Tür. Die beiden Studenten gingen hinein - und erstarrten. Vor ihnen öffnete sich eine wahre Gängeflucht, die unendlich zu sein schien. Regale an beiden Seiten enthielten zahllose Bauteile.

"Das schaffe ich nie", sagte Cortez. "Natürlich schaffen Sie das", meinte Fuller und rief sich die Spezifikationen des Moduls auf das Padd. "Sehen Sie", erklärte er und zeigte ihr sein Ergebnis. "Das sind die Materialien, aus denen das Ding gemacht ist, danach könnte man scannen." Er sah sich noch einmal den Lageplan an, scannte kurz nach den Materialien. "Hm, leider haben andere Bauteile die gleiche Zusammensetzung. Aber wenn ich mein Ergebnis mit dem Lageplan abgleiche und die Logik der Lagerordnung richtig verstehe, gehen Sie den Zweiten Gang etwa zweihundert Meter geradeaus und biegen dann rechts ab. Dann ist es das dritte Regal. Davor befindet sich eine Kontrolltafel. Geben Sie das Bauteil ein und das Regal spuckt es aus." Er lächelte. "Ich gehe da lang", er wies nach rechts. "Also los." Verdutzt sah er, wie Cortez anfing, zu rennen. "Nun gut, ein Wettlauf", sagte er zu sich selbst, und rannte ebenfalls los. Nach einer Weile trafen sie sich am Regal. "Sie haben mich nicht belogen", stellte Cortez fest. Erstaunt sah er sie an. "Warum sollte ich", fragte er. "Um einen Vorteil zu gewinnen", entgegnete sie. Er lachte. "Wie schnell hätten Sie dieses Teil gefunden, Cortez?"

Sie schwieg einen Moment und antwortete dann: "Ich hätte mich schon zurecht gefunden, aber es hätte länger gedauert. Sie programmierte die Tafel. Es summte kurz, und ein kleiner Roboter kam herangeflogen und bewegte sich das Regal herauf. Zielstrebig holte er zwei kleine Kästchen hervor und brachte sie nach unten. "Eins für Sie, eins für mich", sagte sie und drückte ihm eines der Kästchen in die Hand. Er lächelte. "Danke, Cortez. Noch ein Lauf?" Sie schüttelte den Kopf. "Ich glaube, wenn wir da lang gehen, ist das der kürzeste Weg", sagte sie und wies den Weg. Sie gingen schweigend nebeneinander her, bis sie den Techniker erreichten. "Nanu", fragte er, "kein Ehrgeiz?" Er nahm die Module. "Gut, gehen Sie essen und melden Sie sich beim Commander. Anschliessend machen wir die normale Routine. Dabei werden Sie die Erkenntnis dieser Übung brauchen. Wir sehen uns." Er tippte noch eine Wegbeschreibung zum Casino in die Padds und verabschiedete sich mit einem Nicken.

Die folgenden Stunden verbrachten Fuller und Cortez damit, die Techniker bei Wartungsarbeiten an der Phalanx auf Pluto zu begleiten. Dabei kristallisierte sich schnell eine Arbeitsteilung heraus: Fuller kümmerte sich um Progammierungen und Cortez um eher handwerkliche Arbeiten, wie Reinigungen, Teileaustausch oder Materialprüfungen. Es gab genug zu tun, denn die beiden Pluto-Techniker hatten für die Kadetten kleine Probleme eingebaut, die sie lösen sollten. So konnten sie für später trainieren und praktische Erfahrungen sammeln.

Als die zwölf Stunden herum waren, wurden die Kadetten mit einem Shuttle zur Erde zurück gebracht.


25. Okt 2012, 12:15
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Beitrag Re: Patrick Fuller
Akademie der Sternenflotte - Campus

Exkursionen wie zum Pluto gab es nur selten während des Studiums an der Akademie. Die meiste Zeit hiess es lernen. Patrick hatte kein Problem damit, Grundlagen zur Philosophie und Politik, der Mathematik und Physik oder der Naturwissenschaften zu lernen. Besonders tat er sich bei den Ingeneurwissenschaften hervor und ziemlich schnell erfüllte er seine eigenen Erwartungen. Schnell wurde ihm klar, dass er als Technischer Offizier an Bord eines Raumschiffes dienen würde. Obwohl er immer dann, wenn es um die praktischen Dinge ging, eine Schwäche offenbarte. Wann immer es darum ging, etwas zu reparieren, brauchte er Zeit - viel Zeit. Tröstlich war ihm dabei nur, dass dies später die Aufgabe von crewmen sein würde. Anders war es bei Programmen. Eine Subroutine zu schreiben, dauerte Minuten. Einen Programmierfehler oder beschädigte Dateien aufzuspüren, war oft eine Sekundenfrage.

Bei den Wissenschaftsoffizieren fühlte er sich ähnlich wohl. Fuller erkannte aber sehr schnell, dass Wissenschaftsoffizier keine Laufbahn für ihn war. Dann schon lieber Führungsoffizer. Sein Traum war und blieb es, einmal Chefingenieur eines Raumschiffes zu werden. Angeina Cortez war seine grösste Konkurrenz auf dem Weg zu dessen Verwirklichung. Und doch ging sie ihm lieber aus dem Weg, als sich Wettbewerben zu stellen. Er tat es ähnlich, obwohl er weniger Skrupel gehabt hätte. Aber offensichtlich war sie nicht daran interessiert, intellektuelle Kräfte zu messen. Die Sternenflotte hatte Schiffe genug, auf denen man dienen konnte.

Kadett Fuller entwickelte ein besonders grosses Interesse an der Holotechnologie und wann immer es sich ergab, belegte er Kurse zur Holographie oder nahm an Exkursionen teil, bei denen Holotechnik verwendet wurde. Hier traf er auch oft auf Cortez, die ebenfalls eine Leidenschaft für Holodecks hatte.

So war es auch diesmal. Fuller wollte gerade ein Programm initiieren, als Cortez den Gang hinunter kam. "Sagen Sie bloss, Sie haben reserviert", fragte sie. "Eigentlich nicht", antwortete er, "aber das Deck ist frei, ich habe den Plan durchgesehen." Er erntete einen enttäuschten Blick. "Ich auch. Ich dachte, ich könnte ein wenig wandern." Eigentlich wäre Patrick das egal, aber als er 'wandern' vernahm, hellte sich seine Mine auf. "Sie wandern? Ich habe gerade ein Programm geschrieben. Es ist eine schottische Hügellandschaft. Fuller nahm das Padd, dass er auf den Boden abgelegt hatte. "Sehen Sie, eine detailgetreue Nachbildung dieses Geländeabschnittes. Es gibt zwar Programme dafür, aber ich wollte das unbedingt selbst mal programmieren. Das ist der Abschnitt, wie er um das neunzehnte Jahrhundert herum war. Sehen Sie, hier an diesem Ort wollte ich losgehen und dort bei der Hütte ankommen. Das Holodeck ist etwa vier Stunden frei." Innerlich war Cortez nicht begeistert, denn sie fand, Fuller war zu sehr von sich überzeugt. Allerdings gefiel ihr sein Plan. "Also, ich würde mich freuen, wenn ich sie begleiten dürfte", sagte sie. Ohne eine Antwort öffnete er die Tür und sie sahen in einen Pub, der spärlich mit Menschen gefüllt war. "Nach Ihnen", sagte Fuller und wies hinein. Sie drückte kurz auf das Display und sah in seine verdutzten Augen. "Mister Fuller, Sie werden doch fünfzehn Minuten haben, um sich Wanderkleidung des neunzehnten Jahrunderts zu replizieren. Ich werde inzwischen das Holodeck für uns reservieren und ebenfalls passende Kleidung anziehen, einverstanden?" Er lächelte. "Gerne."

Sie wanderten schon eine Weile, nachdem sie vom Pub aufgebrochen waren, als Angelina plötzlich sagte: "Ich bin nicht gut darin." Erstaunt hielt er inne. "Worin?" Er erntete eine längere Pause, bis sie antwortete. "Im Reden. Ich bin nicht oft unter Menschen. Ich krabbele lieber in einer Jeffries-Röhre herum und tausche isolinieare Chips aus, repariere Plasmaleitungen und bastele an Energiekupplungen herum, als mit Menschen an einem Tisch zu sitzen und irgendwas belangloses von mir zu geben." Er staunte. Eine gut aussehene Frau wie sie hatte er für kontaktfreudiger gehalten. "Naja, redselig kann man mich auch nicht nennen", antwortete er, "aber ich muss ab und an unter die Leute." Er blieb stehen und breitete die Arme aus. "Auch wenn das hier Entspannung pur ist." Sie blieb ebenfalls stehen. "Wieviel haben wir geschafft?" Er sah auf eine Uhr, die er sich umgebunden hatte. Immerhin hatten sie sich gemäss dem Neunzehnten Jahrhundert ausstaffiert. "Wir haben die Hälfte des Weges geschafft. Möchten Sie eine Pause?" Sie nickte, setzte sich, und wollte gerade ihren Rucksack öffnen, als es anfing zu regnen. "Typisch", sagte sie lachend, und zog sich die Kapuze über den Kopf. "Das ist jetzt das vierte Mal in zwei Stunden. Sie haben wirklich an alles gedacht." Er grinste. "Sehen Sie mal..." Er zeigte etwa hundert Meter voraus. Dort befand sich eine Art Stall, verfallen aber noch halbwegs überdacht. Sie liefen dorthin und machten es sich gemütlich. "Wirklich an alles", sagte sie lächelnd, öffnete ihren Rucksack erneut und entnahm im eine Thermosflasche und zwei Sandwiches. "Bitte sehr", sagte sie, ihm eines herüberreichend.

Während sie assen, sahen sie schweigend auf die Landschaft hinaus. Eine von vier Mauern der Ruine war weitgehend eingestürzt und gab den Blick frei. Fuller beglückwünschte sich zu seiner Programmierung. Das hügelige gras- und moosbedeckte Gelände zeigte sich in allen möglichen Grüntönen und war ab und an von Felsgestein durchsetzt. Es gab kaum Bäume, aber reichlich Gestrüpp. Ein paar Schafe störten ab und an die Ruhe. "Schön", sagte Cortez plötzlich in die Stille hinein und lehnte ihren Kopf an seine Schulter. "Ich hoffe, das stört sie nicht", sagte sie. "Nein, es ist angenehm", antwortete er und legte seinen Arm um sie. "Wenn Sie wollen, bleiben wir hier, bis das Programm beendet ist", schlug er vor. Sie nickte leicht und hing wie er ihren Gedanken nach...


6. Nov 2012, 17:13
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Beitrag Re: Patrick Fuller
Akademie der Sternenflotte - Campus

Nur selten hatten die Kadetten die Gelegenheit, eigene Projekte zu verwirklichen. Ab und an bot sich die Gelegenheit. Obwohl Fuller und Cortez keine tieferen Interessen aneinander hatten, verstanden sie sich durchaus und sie verstanden es auch, ihre Interessen miteinander zu verbinden. So kalibrierte Cortez die Emitter und Fuller entwickelte die Software für neue Holoprogramme. Sobald die Programme getestet werden konnten, arbeiteten sie gemeinsam die Feinheiten aus. Auf diese Weise arbeiteten sie an phantasievollen Landschaften, die insbesondere für Trainingsprogramme verwendet werden sollten. Ihren Dozenten zumindest konnten sie damit überzeugen.

Der holte sie eines Tages ins Labor der Akademie. "Haben Sie Lust, an einem realen Projekt der Sternenflotte mitzuarbeiten", fragte er sie. "Natürlich haben Sie", nahm er ihre Antwort vorweg und reichte jedem von ihnen ein Padd. "Das hier ist ein neues Kommunikationssystem. Es verbindet die Subraumkommunikation mit einer dreidimensionalen Visualisierung der Gesprächspartner. Ich zeig es Ihnen." Der Commander aktivierte das System und wies auf eine Plattform, auf der er noch einmal als Hologramm erschien. "Wie Sie sehen, sind die Bewegungen nicht synchron zu meinen und auch meine Lippen bewegen sich asynchron zu dem, was ich sage. Wenn Sie es schaffen, dieses Proplem zu lösen, dürfen Sie in drei Wochen auf Utopia Planitia ein solches System auf einem Schiff der Defiant-Klasse installieren, und zwar allein und komplett."

Die beiden liessen sich nicht lange bitten, denn das war durchaus eine Herausforderung nach ihrem Geschmack. Allerdings kamen bald Zweifel auf.

"Was soll das eigentlich", fragte Fuller, als sie gerade dabei waren, die Plattform zu untersuchen, auf der sich die Gesprächspartner holographisch materialisieren sollten. "Wie", fragte Angelina zurück. Er sah sie an. "Glauben Sie wirklich, dass die ein so unausgereiftes Programm wie das hier zwei Kadetten zur Verfügung stellen? Glauben Sie wirklich, die sind davon überzeugt, dass wir das reparieren, was ausgebildete Ingenieure angeblich nicht schaffen? Das hier ist alles recht flüchtig programmiert. Die Photonenkonzentrationen sind unzureichend, der Plattform fehlt Energie, die Bewegungsmatrix ist so fehlerhaft, dass man glauben könnte, ein schlechterer Kadett als wir hätte die entwickelt." Cortez überlegte, während sie die Hardware weiter untersuchte. "Sie haben recht. Hier fehlt ein Chip und der Emitter hier braucht mehr Saft." Sie fuchtelte ein wenig herum und baute den fehlenden Chip ein, während Fuller die Routinen und Subroutinen in der Software korrigierte. "Ich denke, das ist ein Test", stellte er fest, und hinter ihm klatschte jemand in die Hände. Der Commander, der ihnen die Aufgabe gestellt hatte, war unbemerkt in das Labor getreten.

"Sie haben recht, Kadetten, das war ein Test." Er reichte jedem von ihnen ein Padd. "Sie haben alles richtig gemacht, gratuliere. Diese Padds enthalten die korrekten Spezifikationen des Kommunikationssystems, so wie es bereits in die USS Defiant eingebaut wurden. Ich muss sicher gehen, dass Sie das System korrekt in die USS San Domingo einbauen. Also habe ich einige Fehler eingebaut. Hier auf der Akademie habe ich keine geeignete Herausforderung mehr für Sie. Also denke ich, dass Sie auf Utopia Planitia eine finden. Die San Domingo und ihr Schwesterschiff Sao Paulo werden gerade mit den internen Systemen ausgestattet. Damit die Domingo zeitgleich fertiggestellt werden kann, wurde ich um die Unterstützung frischer Absolventen gebeten, die über die nötige Kompetenz verfügen. Ich habe mich anders entschieden und Sie beide ausgesucht. Enttäuschen Sie mich nicht. Ihr Shuttle geht morgen früh um sechshundert. Seien Sie pünktlich, Kadetten."


9. Nov 2012, 15:16
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Beitrag Re: Patrick Fuller
Utopia Planitia

Ein Shuttle brachte Fuller und Cortez zu den Marswerften. Beiden bot sich das beeindruckende Bild riesiger Anlagen, die wie Spinnen fertige und unfertige Schiffe der Sternenflotte zu umgreifen schienen. An einigen herrschte emsiges Treiben. Schweissgeräte blitzten, kleine gelbe Striche zeigten Techniker in Raumanzügen an, die an der Aussenhülle arbeiteten. Einige Kugeln schwirrten herum, die Workbees, manche arbeiten mit Greifarmen an den Schiffen herum, andere schienen einfach nur der Beobachtung zu dienen. Die beiden Kadetten wussten, dass noch Millionenschwärme kleiner Naniten die Aussenhüllen bearbeiten. An manchen Hüllen waren sie als kleine silbergraue Teppiche auszumachen, die über die Hüllen zu gleiten schienen. "Eindrucksvoll, nicht wahr", fragte der Pilot und drehte noch ein paar Runden um einige der Anlagen. "Wir haben noch Zeit, sehen Sie sich ruhig alles an." Ab und an befand sich zwischen den Raumdocks eine pilzförmige Station. Auf eine, die grösste, flogen sie zu. Das Shuttle flog in einen Hangar und setzte sanft auf.

Ein grauhaariger Mann begrüsste sie. Der Uniform nach war er Techniker, aber kein Offizier. Er war Master Chief Petty Officer, wie Fuller an dessen Kragen feststellte. "Kadetten, ich bin Master Chief Moore, ich begrüsse Sie auf Utopia. Ich wurde beauftragt, Sie hier zu betreuen. Bitte betrachten Sie mich nicht als Kindermädchen, aber die Werften sind einfach zu gross, um Sie hier allein herumlaufen zu lassen. Sehen Sie..." Er wies aus einem der Sichfenster auf eines der kleineren Docks. "... das da ist die Sao Paolo, dahinter ist ein zweites Dock mit der San Domingo, an der sie arbeiten werden. Und da..." Er zeigte in den offenen Raum, wo ein Schiff der Defiant-Klasse einige Manöver flog. "...fliegt die Defiant, die vorher Sao Paolo hiess. Sie wurde gerade gewartet und kehrt in Kürze nach Deep Space Nine zurück. Einige andere Schiffe, die Sie dem Namen nach kennen werden, sind hier: die Ferragut, die Lexington und die Phoenix werden hier gerade gewartet. Und da..." Wieder zeigte er auf ein anderes Dock. "... wird gerade eine Intrepid gebaut. Sie sehen nur das grobe Skelett, aber tatsächlich wird das einmal das schnellste und am besten ausgerüstete Schiff seiner Klasse sein. Wir werden es Thor nennen, nach dem Donnergott." Er wies sie mit einer Handbewegung an, ihn zu begleiten. "Ich zeige Ihnen jetzt Ihre Quartiere und in einer halben Stunde hole ich Sie zum Essen ab, dann haben wir Zeit, um die Freizeiteinrichtungen kennen zu lernen. Heute abend fliegen wir kurz zur Domingo herüber und morgen dürfen Sie mit der Arbeit beginnen."

Am nächsten Morgen sassen die beiden Kadetten in einer Workbee und flogen zum kleinen, krallenförmigen Dock, in dem ein Schiff der DEFIANT-Klasse auf sie wartete: die USS SAN DOMINGO war eines von zwei Schiffen, die derzeit in dieser Klasse gebaut wurden. Der Master Chief, der sie begleitete, steuerte die Bee ein wenig um das andere Dock herum, in dem die THOR gebaut wurde. "Na, wie gefällt Ihnen dieses Schiff?" Fuller konnte nur staunen. Er kannte kein Schiff dieser Klasse, obwohl mit der VOYAGER und der BELLOROPHON schon zwei Schiffe herausragende Rollen in den Chroniken der Sternenflotte spielten. Fasziniert betrachtete er die Gondeln, die sich aufrichteten, wenn das Schiff vom Impuls- auf Warpbetrieb ging, bevor es in den Hyperraum beschleunigte. Es fehlten noch Hüllenelemente der Untertassensektion, aber die Form des Schiffes zeigte klare und feine Linien. "Das Schiffsdesign hat sich wirklich weiterentwickelt", bemerkte er, "Wenn ich mich an die Excelsior erinnere, dann muss ich sagen, das hier ist unendlich viel gelungener." Angelina schwieg. Sie war zu beeindruckt von diesem Anblick, um irgendetwas zu sagen.

Nachdem sie eine Runde um die THOR gedreht hatten, die kurz vor der Fertigstellung stand, flogen Sie zur SAN DOMINGO. "Soll ich Ihnen ein Geheimnis verraten? Das dritte Schiff, dass sie nach dem hier und der SAO PAOLO bauen, ist die PUERTO RICO, auch eine DEFIANT. Und da bin ich als Chefingenieur vorgesehen." Fuller stutzte. "Ein Master Chief?" Der Chief lachte. "Ja, nicht alle Schiffe dieser Klasse haben Offiziere an Bord. Denken Sie an die Defiant oder die alte Sao Paolo, das jetzige Schiff dieses Namens. Da war und ist Chief O'Brian der Chefingenieur, und der ist kein Offizier der Sternenflotte. Das Schiff hat im Maschinenraum nur Techniker, aber verdammt gute."

Wenig später waren Fuller und Cortez dabei, die Fernkommunikationstechnik der SAN DOMINGO zu installieren. Keiner von Ihnen ahnte, dass sie einmal am Bau des Schiffes beteiligt sein würden, dass Ihnen zur neuen Heimat werden sollte: der USS THOR.


11. Nov 2012, 14:05
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Beitrag Re: Patrick Fuller
Akademie der Sternenflotte - Campus

Die Zahl der Zuschauer im Auditorium Maximum der Akademie schien ins Unendliche zu gehen. Und in der ersten Reihe der schräg nach oben ansteigenden Reihen sassen die diesjährigen Absolventen, welche einst in grauer Uniform mit rotem Kragen als blutjunge Kadetten hier gestartet waren und nun in schwarzgrauer Uniform mit rotem, gelbem oder blauen Kragen auf ihren ersten Pin und ihre Abschlussurkunden warteten. Patrick Fuller sollte eigentlich den roten Kragen tragen, widersetzte sich jedoch ebenso der Empfehlung, wie es Angelina tat, die blau tragen sollte. Beide stellten damit die Planer der Sternenflotte vor Probleme. Fuller sollte als CONN auf eine EXCELSIOR und Cortez als Wissenschaftsoffizier auf eine GALAXY.

Die beiden angehenden Ensigns entschieden sich jedoch für die Technik. Fuller träumte davon, einmal als Chefingenieur auf einem Schiff der NEBULA- oder der GALAXY-Klasse dienen zu dürfen. Er wollte einmal einen dieser mächtigen und üppig ausgestatteten Maschinenräume mit den zahlreichen Technikern und Ingenieuren unter seiner Verantwortung haben und ahnte dabei nicht, dass ausgerechnet dieser Raum mit dem pulsierenden Brummen des Warpkerns, den Steuerungen und Kontrollen, den vielen Menschen, der unbeliebteste Raum an Bord eines Raumschiffes war. Abgesehen von Röhren und Wartungsschächten.

Angelina war zuwenig von ihren theoretischen Fähigkeiten überzeugt, um als Wissenschaftsoffizier Karriere machen zu können. Natürlich sollte sie dort mit technischen Problemen beschäftigt werden, aber das war ihr zuwenig. Sie wollte Hand anlegen, statt sich mit theoretischen Problemen herumschlagen zu müssen. Sie war es immer gewohnt zu arbeiten, und das hatte ihrer Meinung nach mit körperlicher Anstrengung und nicht mit Kopfschmerzen zu tun.

Die zuständigen Offiziere der Sternenflotte waren von den Fähigkeiten der beiden beeindruckt. Und irgendwie war man der Meinung, dass man ihre Fähigkeiten bündeln sollte. Also fügten sie sich ihrer Entscheidung und liessen sie zusammen. Allerdings sollten sie nicht auf einem Schiff dienen, wie sie sich das wünschten.

Die Hymne der Föderation erklang und der Direktor der Akademie, ein Admiral, hielt eine Rede. Einige weitere Admiräle repräsentierten die Offiziersgattungen Führung, Sicherheit, Technik und Wissenschaft. Die medizinischen Offiziere wurden in einer eigenen Akademie ausgebildet, deren Kommandant als Gast ebenfalls anwesend war.

Der Commander, der sie einst auf dem Campus empfangen hatte, steckte den beiden Ensigns, als sie an der Reihe waren, je einen Pin für den Rang an, übergab die Zeugnisse und die Versetzungsbefehle für die Marswerften, wo sie zunächst an der Fertigstellung der USS THOR mitarbeiten sollten.


12. Nov 2012, 14:44
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Beitrag Re: Patrick Fuller
Utopia Planitia

Für Angelina erfüllte sich ein Traum auf der Werft: sie durfte die Kommunikationssysteme der THOR installieren - natürlich nicht allein. In erster Linie übernahm sie dabei die Führung von Technikern und die Steuerung kleiner Nanos und Roboter, aber sie konnte viel mit den Händen arbeiten, was ihr sehr viel Spass machte und innerlich aufblühen liess. Angelina beobachtete ihr Team, wie es isolineare Chips, Plasmaleitungen und bioneurale Gelpacks mit der Kommunikation verband. Dann machte sie sich selbst daran, die Tableaus zu montieren, einzustellen und auf die üblichen internen Frequenzen der Sternenflotte zu kalibrieren.

Dagegen bekam Patrick erst einmal eine Tehnikergruppe zugeteilt, die an der Aussenhülle externe Systeme der Sensorphalanx komplettierte. Viel lieber hätte er die Phalanx kalibriert oder an der Steuerungssoftware gearbeitet, aber seine vorgesetzten Offiziere verlangten erst einmal praktische Erfahrungen, bevor er mit theoretischen Problemen beschäftigt werden konnte. Patrick blieb pflichtbewusst und sorgfältig, zeigte sich auch hochkompetent, aber weniger begeistert als Ensign Cortez. In erster Linie musste er die Monatage überwachen, aber ab und an selbst Hand anlegen. Jedes Bauteil an der Aussenhülle, welches von innen nach aussen führte, musste absolut präzise eingebaut sein. Fuller nutzte Ultraschall- und Lasermessgeräte, damit alles punktgenau eingebaut war.

Auf der Werft wurde beiden klar, das aus ihrer Freundschaft nie mehr werden konnte. Patrick sehnte sich nach einer Karriere und sah in einer festen Bindung nur ein Hindernis. Angelina war offen für Beziehungen, aber ihr potentieller Partner musste es ernst meinen. Der Freundschaft taten diese unterschiedlichen Vorstellungen keinen Abbruch.

"Ich bin alle", sagte er, als sie sich zum wiederholten Male zum Essen im Casino trafen. "Die Workbees sind stickig, und wenn man einen Raumanzug trägt, bekommt man Platzangst." Sie lachte. "Da habe ich es ein wenig leichter. Und ich habe ein gutes Team." Er nickte. "Ja, die arbeiten verdammt effektiv." Er löffelte seine Suppe, bevor er weitersprach. "Eins steht fest: das ist ein Schiff, auf dem ich einmal dienen möchte." Sie ass einen Salat. "Ja, da haben Sie recht. Die Intrepid ist eine eindrucksvolle Schiffsklasse, Wussten Sie, dass ein Klingone der Chefingenieur wird? Ein gewisser Rynar. Er hat auf verschiedenen Schiffsklassen des Imperiums gedient." Patrick sah auf. "Tatsächlich, ein Klingone?" Sie nickte. "Dieses Schiff ist etwas besonderes. Da gibt es noch weitere interessante Details: die Schildstärke, der beste Antrieb der Flotte und sie haben etwas mit den Torpedowerfern angestellt, aber das ist geheim." Er hatte aufgegessen. "Mit den Torpedowerfern? Das habe ich auch gehört, aber da kommt niemand von uns dran. Sehen Sie die da hinten? Die dürfen da dran." Mit dem Kopf wies Fuller an einen Nebentisch. Dort sassen Techniker aus dem romulanischen und dem klingonischen Imperium einträchtig mit einigen der Föderation zusammen. Und ein Sicherheitsoffizier schickte jeden weg, der sich an ihren Tisch setzen wollte. "Ja", antwortete sie, "die dürfen." Sie bemerkte, wie er sie ansah. "Was haben Sie?" Er lächelte. "Was halten Sie davon, wenn wir uns gemeinsam für ein Schiff bewerben?" Sie gab das Lächeln zurück. "Gute Idee, Patrick, aber bilden Sie sich nicht ein, dass Sie mich dann rumkriegen." Fuller lachte laut auf. "Das habe ich schon lange aufgegeben."

Patrick arbeitete knapp zwei Monate an der Sensorphalanx der THOR, bevor er in das Innere des Schiffes und mit der Kalibrierung der Replikatoren beauftragt wurde. Er wusste nicht, dass sein Vorgesetzer mit seiner Arbeitsgeschwidigkeit unzufrieden war. Der Commander fühlte sich schliesslich bestätigt, denn Fuller kalibrierte sämtliche Replikatoren in Rekordzeit. Er entschloss sich, dem künftigen Leitenden Chefingenieur des Schiffes, einem Commander Rynar, einen Vermerk in die Personalakte zu schreiben: Fuller sei ein hervorragende Ingenieur, brauche aber für handwerkliche Lösungen tehnischer Probleme zu viel Zeit. Dagegen habe er eine herausragende Kompetenz bei Kalibrierung, Programmierung und Softwareentwicklungen und er sei aufgrund seiner Fähigkeiten, vulkanisch fliessend und klingonisch gut lesen zu können, eine gute Ergänzung für die Technikcrew. Diese Empfehlung ergänzte er mit einer weiteren für Cortez, die sich als erstklassige Technikerin erwiesen habe und handwerkliche Arbeiten zügig und korrekt auszuführen vermochte. Die beiden Ensigns wussten nichts davon, dass sie für das Schiff empfohlen wurden, an dessen Fertigstellung sie mitarbeiteten.

Es waren ungefähr drei Monate vergangen, als Fuller und Cortez zum Commander gerufen wurden. "Ihr Dienst auf der Werft ist beendet. Wir sind sehr zufrieden mit Ihnen. Aber wir haben uns entschlossen, Ihnen die Gelegenheit zu geben, sich auf einem Schiff der Sternenflotte zu bewähren." Die beiden Ensigns standen stramm. "Ensign Fuller, Sie werden auf die USS Thor versetzt. Commander Rynar hat Ihre Bewerbung akzeptiert." Der Commander wandte sich Cortez zu. "Ensign Cortez. Doktor Lewis Zimmerman würde sich freuen, Sie als Mitarbeiterin gewinnen zu können. Lieutenant Barclay braucht Unterstützung." Cortez schluckte. Sie würde also nicht mit Fuller dienen. "Allerdings", fuhr der Commander fort, "hat Commander Rynar auch Ihre Bewerbung akzeptiert. Sie haben also die Wahl." Angelina atmete durch. "Bei allem respekt, Sir, und bei aller Bewunderung für Doktor Zimmerman. Ich möchte auf der USS Thor dienen." Der Commander nickte. "Er hat bereits Ihre Absage erhalten. Morgen früh melden Sie sich auf der Thor."

Die beiden Ingenieure beschlossen zu feiern. "Was meinen Sie, Cortez. Trauen Sie sich in mein Quartier?" Sie überlegte kurz und er schob nach: "Nicht für das, was Sie befürchten. Ich habe eine Flasche romulanisches Ale organisiert." Sie lachte. "In Ordnung, dann los!"

Fullers Quartier war schlicht, aber geschmackvoll eingerichtet. Jedenfalls, wenn man den Stil des 24. Jahrhunderts mochte. Er hatte ein Bild aufgehängt, dass eine mittelenglische Landschaft zeigte. "Ich weiss, so richtig passt es nicht", gab er zu, "aber ich hänge an diesem Bild. Es hängt aus sentimentalen Gründen da." Sie setzte sich zu ihm auf die Couch. "Na, dann erzählen Sie mal." Er überlegte kurz und begann dann. "Bevor ich zur Akademie ging, so mit achtzehn, lernte ich eine junge Frau kennen, die dieses Bild gemalt hat. Sie wohnte in unserem Wohnblock, und wir sahen uns oft. Aber so richtig gefunkt hat es erst, als wir beide achtzehn waren. Ich hatte eigentlich nur die Schule im Kopf und die Akademie..." Er machte eine Pause. "Dieses Ale ist ein wenig zu stark für mich, fürchte ich." Sie nickte. "Für mich auch", dachte sie und stellte ihr Glas ab. Sie wurde ernst und sah ihn an. "Glauben Sie, dass eine Beziehung einer Sternenflottenkarriere hinderlich wäre?" Er spürte, wie ihm allmählich warm wurde. In seinem Kopf begannen sich alle Zahnräder zu drehen, so erschien es ihm. Aber er war noch einigermassen wach. "Das glaube ich", entgegnete er, "Ich kann mich nicht binden, ehe ich mein Ziel erreicht habe." Sie sah in ihr Glas und schwieg. Dann sagte sie: "Ich kann Ihren Standpunkt verstehen, aber mir würde es in der Flotte leichter fallen, wenn ich einen Freund hätte." Er hob sein Glas und sagte mit einem Anflug des Lallens in der Stimme: "Den haben Sie, Ensign." Sie stiessen an und sie beschloss schliesslich: "Ich werde mein Quartier aufsuchen. Morgen sollten wir uns einen Raktajino gönnen und vielleicht beim Doktor vorbeischauen." Auch ihre Stimme war nicht mehr so deutlich, wie sie sein sollte. "Es ist besser, wenn wir einen nüchternen Eindruck erwecken." Sie erhob sich.

Als er Cortez zur Tür brachte, war ihm nicht nur schwindelig. Er hatte das Gefühl, etwas falsch zu machen. Auch Angelina schien dieses Gefühl zu haben und drehte sich um. Ihr Blick offenbarte den Wunsch zu bleiben, doch dann sagte sie: "Es freut mich, Sie als Freund zu haben." Fuller versuchte, die aufkeimenden Gefühle des Verlangens zu unterdrücken. Er schob es auf das Ale. "Ja, ganz meinerseits, Angelina."


12. Nov 2012, 23:29
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